Proteste von Geflüchteten in Rheinstetten gegen ihre Lebensbedingungen

Protest der Geflüchteten vor dem lagen in Rheinstetten - 28.4.2014Seit einigen Monaten gibt es ein Containerlager in Rheinstetten (Nähe Karlsruhe), in welchem etwa 200 Menschen nicht nur kurzfristig untergebracht sind. Sie haben sich seit etwa 2 Wochen immer wieder zu Protesten zusammengefunden, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen – am Eingang des Lagers oder direkt vor dem Rathaus. Sämtliche Beschwerden wurden seitens der Behörden bisher abgewiegelt.

Die größten aktuellen Probleme:

  • Gutscheine für Zwangseinkäufe zu hohen Preisen
    Bbisher haben die Geflüchteten lediglich Gutscheine bekommen, mit denen sie dann in einem bestimmten Geschäft Lebensmittel bekamen, mit sehr hohen Preisen, und ohne Wechselgeld zu bekommen.
  • Arbeitsverhältnisse und Bezahlung
    Die Bewohner können „gemeinnützige Arbeit“ (überwiegend Putzjobs) leisten. Das machen im Lager 81 Menschen, beim Bauhof von Rheinstetten. Diese Arbeit ist auf 25 Wochenstunden, bzw. 100 Monatstunden pro Person beschränkt. Die „Entlohnung“ beträgt 1,05€/Std. Der „Bonus“ für diese  Arbeit ist, das 100€ für Essen in bar ausgezahlt werden und nur ca. 1/4 als Gutschein ausgegeben werden.
    Die Abrechnungen des Arbeitsentgeltes sind sehr ungenau, der Zeitraum der abgerechnet wird, ist nicht angegeben und deckt sich nicht mit dem Abrechnungszeitraum der anderen Leistungen.
    Eine Erfassung der gearbeiteten Stunden gibt es nicht wirklich, die Lagerleitung behält sich vor, die Stunden zu reduzieren, wenn ihres Erachtens die Leistung nicht oder unvollständig erbracht wurde.
  • Postausgabe / Verteilung.
    Die Post wird 2 mal die Woche ausgegeben (Aushang von Listen wer Post hat) Briefe mit Postzustellungsurkunde werden innerhalb eines Tages weitergegeben. Übersetzungsdienste werden nicht geleistet.
  • Betreuung / Schule für Kindern und Jugendliche.
    Aktuell bekommen die Kinder und Jugendlichen keinen Platz in den Kindergärten und Schulen – wegen angeblicher oder aktueller Überfüllung. Neue Gruppen werden nicht eröffnet. Es wurde begründet, dass eine Aufnahme nur möglich ist wenn die Kinder „langfristig bleiben können“.
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