Zusammen Abschiebungen verhindern! Alle Roma bleiben!

Großes Interesse an Aktionen gegen Abschiebungen

Am Freitagabend, 7. Oktober 2011, wurde in der überfüllten Kammerbühne des Stadttheaters Freiburg über verschiedene Projekte und Initiativen, die zukünftige Abschiebungen von Menschen aus Freiburg verhindern sollen, diskutiert. Das Interesse an der Veranstaltung „Zusammen Abschiebungen verhindern! Alle Roma bleiben!“ war dermaßen groß, dass die Sitzplätze der Kammerbühne nicht ausreichten. Rund 80 Interessierte mussten leider abgewiesen werden. Zu Beginn der Veranstaltung versuchten einige der Referentinnen und Referenten ihre Kurzvorträge in der Jackson Pollock Bar zu wiederholen, um dem großen Interesse nachzukommen.

Inhaltlich haben zwölf Gruppen und Einzelpersonen über ihre Arbeit, die Situation von Flüchtlingen in Freiburg und über Ideen, wie man in Zukunft Abschiebungen erfolgreich verhindern kann gesprochen. In der anschließenden Diskussion konnten weitere Ideen aus dem Publikum eingebracht werden. Das bunt gemischte Publikum bekam dabei einen breiten Überblick über sämtliche Organisationen und Gruppen, die sich in Freiburg für die Rechte von Flüchtlingen einsetzen. Das Angebot der Informationen reichte von der medizinischen Versorgung durch MediNetz über den Projektverbund Bleiberecht bis hin zu der Eigeninitiative Usthen Romalen. Auch wurden die Bemühungen und die Grenzen der Grün-Roten Landesregierung in Bezug auf ein Bleiberecht durch den Landtagsabgeordneten der Grünen, Daniel Lede Abal, dargelegt. Kritik an Grün-Rot wurde laut, dass bei den Flüchtlingsrechten sich bislang noch nichts getan hat und dass weiterhin Abschiebungen nach Pristina über Baden-Württemberg stattfinden. Die Situation in Freiburg erläuterten Coinneach Mccabe aus dem Gemeinderat und das Sozialreferat der PH stellte seine Aktivitäten mit Flüchtlingen aus der Flüchtlingslager Hammerschmiedstraße vor. Das Südbadische Aktionsbündnis gegen Abschiebungen zeigte einen Kurzfilm über ein Flüchtlingslager bei Tuttlingen. Die Aussage des Films: Lager schließen! Besonders erschreckend waren die Zahlen, die von Aktion Bleiberecht genannt wurden, wie beispielsweise, dass von 2007 bis 2009 1031 Personen allein über den Baden-Airpark nach Pristina/Kosovo abgeschoben wurden, sowie die Nachricht, dass am 13. Oktober schon die nächste Sammelabschiebung vom Baden-Airpark dorthin stattfinden soll.

Dass es an dem Abend auch um konkrete Aktionen und Projekte ging zeigten nicht nur zwei Unterschriftenlisten für ein Bleiberecht verschiedener Personen, sondern es wurden auch drei Ideen vorgestellt, die in Zukunft weiterentwickelt werden sollen. Besonders positive Resonanz gab es auf ein Partnerschaftsmodell gegen Abschiebungen von Albert Scherr (PH Freiburg), welches im Detail noch genau ausgebaut werden muss. Auch die Ankündigung, wieder ein Kirchenasyl in Freiburg zu organisieren stieß auf großes Interesse. Diese Idee stellten die evangelische Studierendengemeinde, die katholische Hochschulgemeinde und Pax Christi vor. Ein weiterer Vorschlag war der so genannte Tag X +/- 1, bei dem vor (bzw. falls man es erst zu spät mitbekommen sollte nach) einer Abschiebung ein öffentlicher Protest stattfinden sollte. Zu allen drei Projekten wird es eine weitere Veranstaltung geben, um die weitere Vorgehensweise zu klären. Die Termine für weitere Treffen werden auf www.aktionbleiberecht.de veröffentlicht.

Frank Stocker vom Freiburger Forum zog insgesamt ein positives Fazit: „Das große Interesse an der Veranstaltung zeigt, dass es in Freiburg eine breite Bevölkerungsschicht gibt, die Abschiebungen nicht mehr länger hinnehmen will und mit Patenschaften und Aktionen des zivilen Ungehorsams wie Kirchenasyl, Tag X+/- 1 dies auch durch konkrete Aktivitäten ausdrücken möchte.“

Andreas Heck

Freiburger Forum

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